Geschichte von James Keller „Die Macht der Schneeflocken“

„Schneeflocken hielten einen Zug an! Drei Tage lang waren auf diese Weise 232 Menschen von der übrigen Welt abgeschnitten. Schließlich erreichten Rettungstrupps die Schneeflügen den Zug und Personenautos und Busse brachten die frierenden Männer, Frauen und Kinder in Wärme und Sicherheit. Es ist erstaunlich, dass winzige, unendlich zarte, fast gewichtlose Schneeflocken eine so große Macht haben. Ihre äußere Erscheinung trügt, denn in großer Zahl vereint, besitzen sie eine ungeheure Kraft.“

Ihr Lieben,

ich habe es als Kind geliebt, wenn es draußen schneite. Dann vergaß ich alles um mich herum, und genoss es, dem Herabfallen der Schneeflocken zuzusehen. Oft versuchte ich, mit meinen kleinen Händen Schneeflocken aufzufangen. Aber kaum hatte ich sie in meiner Hand, so schmolzen sie schon durch die Wärme meiner Hände dahin. Ich erinnere mich noch an die Leichtigkeit der Schneeflocken, die ja fast nichts wogen.

Von daher denkt man doch, dass Schneeflocken niemandem etwas anhaben können.
Aber wie oft hören wir im Winter, dass der Verkehr zum Erliegen gekommen ist, dass Autos verunglückt sind, dass Menschen unter Schneelawinen verschüttet worden sind.

Die einzelne Schneeflocke ist klein, hat kaum Gewicht, kann nicht viel bewirken,

aber zusammen mit ihren Artgenossinnen bewirkt sie Großes, ja fast Ungeheuerliches!

Die Kraft, die Macht, die große Schneemassen haben, sind in der einzelnen Schneeflocke schon angelegt. Und so ist das auch mit uns Menschen: Wir fühlen uns oft schwach, nichts wert, zu nichts nütze. Wir glauben, mit unseren geringen Mitteln nicht ändern zu können in dieser Welt.

Aber statt aufzugeben und zu verzagen, sollten wir jeden Tag an die kleine Schneeflocke denken und uns klar machen, dass wir als Einzelne, selbst wenn wir uns nicht mit einem Nelson Mandela oder einer Mutter Theresa vergleichen oder messen können, unendlich viel mehr leisten können als eine einzelne Schneeflocke!“

Wenn doch nur noch mehr Menschen das Geheimnis der Schneeflocken begreifen würden! Denn so wie jeder einzelne Mensch millionenfach mehr leisten kann als eine einzelne Schneeflocke, so könnte in dieser Welt so viel zum Guten bewirkt werden, wenn sich die Menschen, die etwas bewirken wollen, sich zusammenschließen würden wie die Schneeflocken.

Wenn schon die einzelne Schneeflocke, die im Vergleich mit dem einzelnen Menschen millionenfach schwächer ist als der Mensch, in Zusammenarbeit mit ihren Verwandten dafür sorgen kann, dass Züge zum Stehen kommen, der Autoverkehr zum Erliegen kommt und Autos verunglücken und Äste von Bäumen abbrechen, wie unendlich viel mehr Gutes könnten wir Menschen in dieser Welt bewirken, wenn wir, der Schneeflocke folgend, uns mit anderen Menschen zusammentun würden.

10.01.2017
http://evang-guettingen.ch/aktuelles/2016/geschichte-von-james-keller-die-macht-der-schneeflocken

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